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weinreport.at

Weinwissen

Vom Weingarten bis ins Glas: Rebsorten, Aromen, Weinbaugebiete, Qualitätsstufen und praktische Tipps zum Verkosten, Lagern und Servieren.

Wein entsteht, wenn Hefen den Zucker der Trauben zu Alkohol vergären. Was am Ende im Glas ist, entscheiden die Rebsorte, der Boden, das Wetter des Jahrgangs und die Arbeit im Keller – vor allem, wie lange der Saft mit den Schalen in Berührung bleibt.

Weißwein

Aus hellen Trauben, meist gleich nach der Lese gepresst und ohne Schalen vergoren. Die Spanne reicht vom leichten, frischen Sommerwein bis zum kräftigen, lagerfähigen Lagenwein.

Typisch in Österreich
Grüner Veltliner · Riesling · Welschriesling

Rotwein

Aus blauen Trauben, auf der Maische vergoren: Die Schalen geben Farbe, Aroma und Tannin (Gerbstoff) ab. Viele Rotweine reifen danach im Holzfass.

Typisch in Österreich
Zweigelt · Blaufränkisch · St. Laurent

Rosé

Aus blauen Trauben mit nur kurzem Schalenkontakt. Hell, frisch und fruchtig, meist jung getrunken. Eine steirische Besonderheit ist der Schilcher.

Typisch in Österreich
Rosé aus Zweigelt · Schilcher

Schaumwein

Eine zweite Gärung erzeugt die Kohlensäure – in der Flasche (traditionelle Methode) oder im Drucktank. Frizzante und Perlwein haben weniger Druck als Sekt.

Typisch in Österreich
Sekt Austria · Frizzante · Pet Nat

Süßwein

Aus spät gelesenen, edelfaulen, getrockneten oder gefrorenen Trauben. Der hohe Zuckergehalt bleibt zum Teil unvergoren. Berühmt sind die Weine vom Neusiedler See.

Typisch in Österreich
Beerenauslese · Trockenbeerenauslese · Eiswein · Ruster Ausbruch

Orange- und Naturwein

Weißwein, der wie Rotwein auf den Schalen vergoren wird, bekommt eine orange Farbe und spürbaren Gerbstoff. „Naturwein“ ist kein geschützter Begriff; gemeint ist meist: wenig Eingriffe, wenig oder kein Schwefel.

Typisch in Österreich
Maischevergorene Weißweine · Amphorenweine

Von trocken bis süß

Die Angabe am Etikett richtet sich nach dem Restzucker – dem Zucker, der nach der Gärung im Wein bleibt.

trockenbis 4 g/l
bis 9 g/l, wenn die Säure höchstens 2 g/l darunter liegt
halbtrockenbis 12 g/l
bis 18 g/l bei entsprechend hoher Säure
lieblichbis 45 g/l
deutlich süß, aber nicht schwer
süßüber 45 g/l
Prädikatsweine erreichen weit über 100 g/l

Was am Etikett steht

1

Wein: Die einfachste Stufe ohne engere Herkunft, früher „Tafelwein“.

2

Landwein: Aus einer der drei Weinbauregionen Weinland, Steirerland oder Bergland.

3

Qualitätswein: Aus einem Weinbaugebiet, aus zugelassenen Rebsorten, staatlich geprüft. Erkennbar an der rot-weiß-roten Banderole auf der Kapsel.

4

DAC: Districtus Austriae Controllatus: Qualitätswein, der für sein Gebiet typisch ist. Meist in drei Stufen – Gebietswein, Ortswein und Riedenwein (aus einer einzelnen Lage).

5

Prädikatswein: Nach dem Zuckergehalt der Trauben: Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein, Strohwein, Trockenbeerenauslese.

In Österreich sind rund 40 Rebsorten für Qualitätswein zugelassen. Etwa zwei Drittel der Rebfläche tragen weiße Sorten. Diese Sorten begegnen dir am häufigsten:

Weiße Sorten

Grüner Veltliner

Österreichs wichtigste Sorte, auf rund einem Drittel der Rebfläche. Vom leichten Heurigenwein bis zum großen Lagenwein. Markenzeichen ist das „Pfefferl“.

Riecht und schmeckt nach: grüner Apfel, Birne, Zitrus, weißer Pfeffer; reif auch Tabak und Honig

Riesling

Wächst am besten auf kargen Urgesteinsböden an der Donau. Lebendige Säure, sehr lagerfähig.

Riecht und schmeckt nach: Pfirsich, Marille, Limette; gereift ein Hauch Petrol

Welschriesling

Mit dem Riesling nicht verwandt. Frisch und leicht in der Steiermark und im Weinviertel, im Burgenland Grundlage großer Süßweine und vieler Sekte.

Riecht und schmeckt nach: grüner Apfel, Zitrone, Heu

Weißburgunder (Pinot Blanc)

Zurückhaltend und fein, mit milder Säure. Gewinnt mit einigen Jahren Reife.

Riecht und schmeckt nach: Birne, Mandel, Nuss, Brot

Chardonnay (Morillon)

In der Steiermark heißt er Morillon. Im Stahltank frisch und klar, im kleinen Holzfass cremig und kräftig.

Riecht und schmeckt nach: Apfel, Melone, exotische Früchte; im Holz Butter, Vanille, Haselnuss

Sauvignon Blanc

Die Leitsorte der Südsteiermark. Sehr aromatisch und am Duft leicht zu erkennen.

Riecht und schmeckt nach: Stachelbeere, Holunderblüte, grüner Paprika, frisch gemähtes Gras, Cassis

Gelber Muskateller

Leicht, trocken und duftig – ein klassischer Aperitifwein, vor allem aus der Steiermark.

Riecht und schmeckt nach: Muskatnuss, Holunderblüte, Zitrus, frische Trauben

Traminer

Sehr alte Sorte mit intensivem Duft und wenig Säure. Spezialität im Vulkanland Steiermark (Klöch).

Riecht und schmeckt nach: Rose, Litschi, Gewürze

Rotgipfler und Zierfandler

Zwei Sorten, die es fast nur in der Thermenregion gibt. Kräftige, würzige Weine mit Schmelz.

Riecht und schmeckt nach: reife Birne, Quitte, Marille, Mandel

Rote Sorten

Zweigelt

Die häufigste rote Sorte Österreichs, 1922 in Klosterneuburg aus Blaufränkisch und St. Laurent gekreuzt. Saftig und unkompliziert.

Riecht und schmeckt nach: Kirsche, Weichsel, etwas Zimt

Blaufränkisch

Die große Rotweinsorte des Burgenlands. Dunkel, würzig, mit fester Säure und kräftigem Tannin; sehr lagerfähig.

Riecht und schmeckt nach: Brombeere, Heidelbeere, Kirsche, schwarzer Pfeffer

St. Laurent

Aus der Burgunderfamilie, im Weingarten anspruchsvoll. Samtige, dunkle Weine, vor allem aus der Thermenregion und dem Nordburgenland.

Riecht und schmeckt nach: Weichsel, Zwetschke, dunkle Schokolade

Blauburgunder (Pinot Noir)

Hell in der Farbe, fein und elegant. Braucht kühle Nächte und viel Sorgfalt.

Riecht und schmeckt nach: Erdbeere, Himbeere, Kirsche; gereift Waldboden und Pilze

Blauer Wildbacher

Die Schilchertraube der Weststeiermark. Ergibt einen zwiebelschalenfarbenen bis kräftig rosa Rosé mit markanter Säure.

Riecht und schmeckt nach: Erdbeere, rote Johannisbeere, Brennnessel

Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah

Internationale Sorten, in Österreich meist als Partner in einer Cuvée mit Zweigelt oder Blaufränkisch.

Riecht und schmeckt nach: Cassis und Paprika (Cabernet), Pflaume (Merlot), schwarzer Pfeffer (Syrah)

Die meisten Eindrücke beim Wein kommen aus der Nase. Das Aromarad ordnet sie in Gruppen: innen die Familie, außen die einzelnen Düfte. Tippe auf eine Gruppe – dann siehst du, auf welche Rebsorten sie hindeutet.

Zitrone Grapefruit Limette Zitrus Apfel Birne Quitte Kernobst Marille Pfirsich Nektarine Steinobst Ananas Mango Litschi Exotisch Erdbeere Himbeere Kirsche Rote Früchte Brombeere Heidelbeere Cassis Dunkle Früchte Holunderblüte Rose Akazie Blüten Gras Paprika Stachelbeere Grün & Kräuter weißer Pfeffer schwarzer Pfeffer Muskat Würze Vanille Toast Butter Holz & Ausbau Honig Nuss Petrol Reife Feuerstein nasser Stein Waldboden Erde & Stein

Zitrus

Zitrone · Grapefruit · Limette

Steht für Frische und lebendige Säure, typisch für junge Weißweine aus kühlen Lagen.

Deutet auf: Riesling, Welschriesling, junger Grüner Veltliner

Kernobst

Apfel · Birne · Quitte

Grüner Apfel zeigt einen jungen, knackigen Wein; gelber Apfel und Quitte mehr Reife.

Deutet auf: Grüner Veltliner, Weißburgunder, Welschriesling

Steinobst

Marille · Pfirsich · Nektarine

Das klassische Aroma der Wachauer Rieslinge – saftig und reif.

Deutet auf: Riesling, reifer Grüner Veltliner, Rotgipfler

Exotisch

Ananas · Mango · Litschi

Entsteht bei hoher Reife und in warmen Jahren. Litschi ist das Erkennungszeichen des Traminers.

Deutet auf: Chardonnay, Traminer, reifer Sauvignon Blanc

Rote Früchte

Erdbeere · Himbeere · Kirsche

Typisch für leichtere, helle Rotweine und für Rosé.

Deutet auf: Pinot Noir, Zweigelt, Rosé, Schilcher

Dunkle Früchte

Brombeere · Heidelbeere · Cassis

Zeigt kräftige, dunkle Rotweine mit viel Extrakt.

Deutet auf: Blaufränkisch, St. Laurent, Cabernet Sauvignon, Syrah

Blüten

Holunderblüte · Rose · Akazie

Die „Bukettsorten“ erkennt man schon, bevor das Glas an der Nase ist.

Deutet auf: Gelber Muskateller, Traminer, Sauvignon Blanc

Grün & Kräuter

Gras · Paprika · Stachelbeere

Grüne Noten kommen von kühlem Klima oder früher Lese. Beim Sauvignon erwünscht, beim Rotwein oft ein Zeichen für wenig Reife.

Deutet auf: Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon, Grüner Veltliner

Würze

weißer Pfeffer · schwarzer Pfeffer · Muskat

Das „Pfefferl“ des Grünen Veltliners ist eine der bekanntesten Sortennoten überhaupt.

Deutet auf: Grüner Veltliner, Syrah, Blaufränkisch, Muskateller

Holz & Ausbau

Vanille · Toast · Butter

Kommt nicht von der Traube, sondern aus dem Keller: vom Holzfass, vom Hefelager und vom Säureabbau.

Deutet auf: Im Barrique gereifte Weine: Chardonnay, kräftige Rotweine

Reife

Honig · Nuss · Petrol

Entwickelt sich mit den Jahren in der Flasche. Honig und Dörrobst zeigen auch Süßweine aus edelfaulen Trauben.

Deutet auf: Gereifter Riesling, Süßweine, Weißburgunder, Neuburger

Erde & Stein

Feuerstein · nasser Stein · Waldboden

Oft „mineralisch“ genannt. Ein Eindruck von Kargheit und Salzigkeit, der schwer zu beschreiben und leicht zu mögen ist.

Deutet auf: Riesling vom Urgestein, steirischer Sauvignon Blanc, gereifter Pinot Noir

Ein einzelner Duft beweist noch keine Rebsorte. Erst die Kombination – etwa Stachelbeere, Holunderblüte und Gras – führt zum Sauvignon Blanc.

Was die Zunge spürt

Süße: Nimmt man zuerst wahr, vorne auf der Zunge. Auch ein trockener Wein kann durch reife Frucht und Alkohol süßlich wirken.

Säure: Macht den Wein frisch und lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Zu wenig Säure wirkt flach, zu viel spitz.

Tannin: Gerbstoff aus Schalen, Kernen und Holz. Er macht den Mund trocken und pelzig – wie starker Schwarztee. Gibt Rotwein Struktur und Haltbarkeit.

Körper: Das Gewicht im Mund: von leicht wie Magermilch bis voll wie Schlagobers. Alkohol und Extrakt bestimmen ihn.

Abgang: Wie lange der Geschmack nach dem Schlucken bleibt. Ein langer Abgang ist ein Zeichen für Qualität.

Wenn etwas nicht stimmt

Kork: Riecht muffig nach nassem Karton oder feuchtem Keller. Der Wein ist nicht mehr zu retten.

Oxidation: Bräunliche Farbe, Geruch nach Sherry oder braunem Apfel: Der Wein hat zu viel Luft bekommen.

Böckser: Riecht nach faulen Eiern oder Zündholz. Verfliegt oft, wenn man den Wein kräftig schwenkt oder dekantiert.

Essigstich: Stechender Geruch nach Essig oder Nagellackentferner.

Schritt 1

Sehen

Das Glas schräg vor einen weißen Hintergrund halten.

  • Farbe: Weißwein von Grüngelb über Strohgelb bis Goldgelb, Rotwein von Purpur über Rubin bis Ziegelrot
  • Junge Weißweine haben grüne Reflexe, gereifte werden goldener; Rotweine werden mit dem Alter heller und bräunlicher
  • Farbtiefe: Kann man durch den Rotwein die Finger sehen?
  • Klarheit, Perlen und die „Kirchenfenster“ am Glasrand – sie zeigen Alkohol und Extrakt
Schritt 2

Riechen

Erst ruhig riechen, dann das Glas schwenken und noch einmal riechen.

  • Ist der Duft sauber? Verhalten oder intensiv?
  • Frucht: Zitrus, Apfel, Steinobst, Beeren, Kirsche
  • Blüten, Kräuter und Würze, etwa Pfeffer
  • Ausbau: Holz, Vanille, Röstnoten, Hefe
  • Reife: Honig, Nüsse, Dörrobst
Schritt 3

Schmecken

Einen Schluck im Mund verteilen, etwas Luft dazuziehen und nachspüren.

  • Süße: trocken, halbtrocken, lieblich, süß
  • Säure: frisch bis mild
  • Tannin bei Rotwein: weich bis herb
  • Körper: leicht, mittel, kräftig
  • Abgang: Wie lange bleibt der Geschmack?

Farbe und Alter

Weißwein: jung → gereift
Rotwein: jung → gereift

Praktische Tipps

  • Reihenfolge: leicht vor kräftig, trocken vor süß, jung vor alt, weiß vor rot.
  • Glas nur zu einem Drittel füllen – so bleibt Platz zum Schwenken.
  • Zwischen den Weinen Wasser trinken und Weißbrot essen.
  • Notizen machen: Drei Wörter zu Nase und Gaumen reichen, um einen Wein später wiederzuerkennen.

Die richtige Temperatur

Schaumwein6–8 °C
Leichter Weißwein, Rosé8–10 °C
Kräftiger Weißwein10–13 °C
Süßwein8–12 °C
Leichter Rotwein14–16 °C
Kräftiger Rotwein16–18 °C
4 °C12 °C20 °C

Österreich hat rund 44.000 Hektar Weingärten, fast alle im Osten des Landes. Vier Bundesländer bilden die großen Weinbaugebiete: Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien. Das Klima verbindet warme, trockene Sommer aus dem pannonischen Raum mit kühlen Nächten – daher die Frische und das klare Aroma der Weine.

Rebfläche nach Bundesland

Niederösterreich
rund 27.000 ha
Burgenland
rund 11.500 ha
Steiermark
rund 5.000 ha
Wien
rund 600 ha

Niederösterreich

Winzer in diesem Gebiet

Das größte Weinland Österreichs mit acht Weinbaugebieten entlang der Donau und nördlich und südlich von Wien. Heimat des Grünen Veltliners und der großen Rieslinge.

Wachau

Enges Donautal zwischen Melk und Krems, UNESCO-Welterbe. Steile Steinterrassen auf Urgestein bringen weltberühmte Rieslinge und Grüne Veltliner. Die Kategorien Steinfeder, Federspiel und Smaragd gibt es nur hier.

Kremstal

Rund um die alte Weinstadt Krems. Urgestein im Westen, mächtige Lössterrassen im Osten – entsprechend straffe Rieslinge und füllige Veltliner.

Kamptal

Um Langenlois, die größte Weinbaugemeinde Österreichs. Bekannteste Lage ist der Heiligenstein mit seinem Wüstensandstein, ein Ausnahmeboden für Riesling.

Traisental

Eines der kleinsten Gebiete, südlich der Donau. Kalkreiche Böden geben den Veltlinern und Rieslingen eine feste, würzige Art.

Wagram

Ein langgezogener Lössrücken nördlich der Donau. Würzige Grüne Veltliner und die Spezialität Roter Veltliner.

Weinviertel

Mit rund 14.000 Hektar das mit Abstand größte Gebiet. Hier entstand 2003 der erste DAC-Wein: der pfeffrige Weinviertel DAC aus Grünem Veltliner. Typisch sind die Kellergassen.

Carnuntum

Zwischen Wien und der slowakischen Grenze, südlich der Donau. Rotweinland mit Zweigelt und Blaufränkisch, der am Spitzerberg besonders fein gerät.

Thermenregion

Südlich von Wien am Rand des Wienerwalds. Um Gumpoldskirchen die Raritäten Zierfandler und Rotgipfler, weiter südlich St. Laurent und Pinot Noir.

Das wärmste Weinland, geprägt vom pannonischen Klima und vom Neusiedler See. Hier wachsen die kräftigsten Rotweine und die großen Süßweine Österreichs.

Neusiedlersee

Am Ostufer des Sees. Zweigelt ist die Hauptsorte; im Seewinkel sorgt der Herbstnebel für Edelfäule und damit für Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen von Weltrang.

Leithaberg

Am Westufer, an den Hängen des Leithagebirges. Kalk und Schiefer bringen mineralische Weißweine und straffen Blaufränkisch. In Rust entsteht der Ruster Ausbruch.

Rosalia

Das kleinste Gebiet des Burgenlands am Fuß des Rosaliengebirges. Bekannt für Blaufränkisch, Zweigelt und Rosé.

Mittelburgenland

Das „Blaufränkischland“. Schwere Lehmböden um Deutschkreutz, Horitschon und Neckenmarkt ergeben dichte, dunkle Weine.

Eisenberg

Im Südburgenland. Eisenhaltige Schieferböden geben dem Blaufränkisch eine kühle, würzige Note. Eine Kuriosität ist der Uhudler aus alten Direktträgerreben.

Steile Hänge, viel Regen und kühle Nächte: Die Steiermark ist das Land der duftigen, frischen Weißweine. Viele Weingärten sind so steil, dass nur Handarbeit möglich ist.

Südsteiermark

Hügelland an der slowenischen Grenze um Gamlitz, Leutschach und Kitzeck. Sauvignon Blanc von internationalem Rang, dazu Muskateller, Morillon und Welschriesling.

Vulkanland Steiermark

Im Südosten, auf den Böden erloschener Vulkane. Würzige Weißweine; Klöch ist für seinen Traminer bekannt.

Weststeiermark

Klein und eigenständig: Heimat des Schilchers, eines Rosés aus dem Blauen Wildbacher mit kräftiger Säure.

Die einzige Weltstadt mit nennenswertem Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen. Die Weingärten liegen am Nussberg, am Bisamberg und in Mauer.

Wiener Gemischter Satz

Mindestens drei weiße Rebsorten wachsen gemeinsam in einem Weingarten und werden gemeinsam gelesen und vergoren. Seit 2013 DAC – und das Herz der Wiener Heurigenkultur.

Auch in Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg wird wieder Wein angebaut. Zusammen bilden sie die Weinbauregion Bergland mit einigen hundert Hektar.

Europa ist die Heimat des Weinbaus, wie wir ihn kennen. Spanien, Frankreich und Italien haben zusammen fast die Hälfte der Rebfläche der Welt.

Frankreich

Das Maß vieler Dinge im Wein. Bordeaux steht für Cuvées aus Cabernet Sauvignon und Merlot, Burgund für Pinot Noir und Chardonnay aus genau abgegrenzten Lagen, die Champagne für Schaumwein aus Flaschengärung. Dazu die Rhône (Syrah, Grenache), die Loire (Sauvignon Blanc, Chenin Blanc) und das Elsass (Riesling, Gewürztraminer).

Bekannt für: Bordeaux · Burgund · Champagne · Rhône

Italien

Weinbau von den Alpen bis Sizilien, mit hunderten einheimischen Rebsorten. Im Piemont entstehen Barolo und Barbaresco aus Nebbiolo, in der Toskana Chianti und Brunello aus Sangiovese, in Venetien Prosecco und Amarone. Südtirol ist für klare Weißweine bekannt.

Bekannt für: Barolo · Chianti · Prosecco · Amarone

Spanien

Das Land mit der größten Rebfläche der Welt. Rioja und Ribera del Duero stehen für Tempranillo, oft lange im Fass gereift. Aus Galicien kommt der frische Albariño, aus Katalonien der Cava, aus Andalusien der Sherry.

Bekannt für: Rioja · Ribera del Duero · Cava · Sherry

Deutschland

Rieslingland mit 13 Anbaugebieten. An Mosel, Rhein und Nahe wachsen feine, oft restsüße Rieslinge auf steilen Schieferhängen. Baden, die Pfalz und die Ahr sind für Spätburgunder (Pinot Noir) bekannt, Franken für Silvaner im Bocksbeutel.

Bekannt für: Mosel · Rheingau · Pfalz · Baden

Portugal

Viele eigene Rebsorten und zwei berühmte aufgespritete Weine: Portwein aus dem Douro-Tal und Madeira. Dazu der leichte Vinho Verde aus dem Norden und kräftige Rotweine aus dem Alentejo.

Bekannt für: Portwein · Vinho Verde · Douro · Madeira

Ungarn

Tokaj mit seinem Süßwein Tokaji Aszú aus Furmint zählt zu den ältesten geschützten Herkünften der Welt. Rund um Sopron wächst – wie im angrenzenden Burgenland – Blaufränkisch, der hier Kékfrankos heißt.

Bekannt für: Tokaj · Eger · Villány · Sopron

Schweiz, Slowenien, Griechenland

Die Schweiz trinkt ihren Chasselas aus dem Wallis und der Waadt großteils selbst. Slowenien teilt mit der Steiermark Hügel und Rebsorten. Griechenland hat eigenständige Sorten wie Assyrtiko von der Vulkaninsel Santorin.

Bekannt für: Chasselas · Štajerska · Assyrtiko

Georgien

Gilt als Wiege des Weinbaus: Funde belegen Wein vor rund 8.000 Jahren. Bis heute wird Wein hier in Qvevri vergoren, großen in der Erde vergrabenen Tonamphoren – das Vorbild vieler Orange-Weine.

Bekannt für: Qvevri · Saperavi · Rkatsiteli

Außerhalb Europas, in der „Neuen Welt“, steht meist die Rebsorte groß am Etikett und nicht die Herkunft. Viele Gebiete sind wärmer und sonniger; die Weine sind oft fruchtbetont und kräftig.

USA

Rund vier Fünftel des amerikanischen Weins kommen aus Kalifornien. Das Napa Valley ist für Cabernet Sauvignon berühmt, Sonoma für Chardonnay und Pinot Noir, dazu die kalifornische Spezialität Zinfandel. Oregon macht feinen Pinot Noir, Washington kräftige Rotweine.

Bekannt für: Napa Valley · Sonoma · Oregon

Argentinien

Weingärten am Fuß der Anden, viele auf über 1.000 Metern Seehöhe. Die Leitsorte Malbec, ursprünglich aus Südwestfrankreich, ergibt in Mendoza dunkle, samtige Rotweine. Aus dem Norden kommt der duftige weiße Torrontés.

Bekannt für: Mendoza · Malbec · Torrontés

Chile

Ein schmaler Streifen zwischen Pazifik und Anden mit sehr verlässlichem Klima. Cabernet Sauvignon aus dem Maipo-Tal, frische Weißweine aus Casablanca und die in Europa fast verschwundene Sorte Carmenère.

Bekannt für: Maipo · Casablanca · Carmenère

Südafrika

Weinbau seit dem 17. Jahrhundert rund um Kapstadt. Chenin Blanc ist die wichtigste weiße Sorte, Pinotage – eine Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsault – die eigene rote. Zentrum ist Stellenbosch.

Bekannt für: Stellenbosch · Chenin Blanc · Pinotage

Australien

Shiraz (Syrah) aus dem Barossa Valley ist das Aushängeschild: dunkel, würzig, kraftvoll. Aus kühleren Gegenden wie dem Clare Valley und Tasmanien kommen trockener Riesling und Schaumwein, aus Margaret River Cabernet und Chardonnay.

Bekannt für: Barossa · Margaret River · Shiraz

Neuseeland

Kühles Klima und viel Sonne. Der Sauvignon Blanc aus Marlborough mit seinem intensiven Duft nach Stachelbeere und Maracuja hat die Sorte weltweit bekannt gemacht. Central Otago ist für Pinot Noir angesehen.

Bekannt für: Marlborough · Central Otago

Kanada und China

Kanada ist der größte Erzeuger von Eiswein, vor allem auf der Niagara-Halbinsel. China zählt inzwischen zu den Ländern mit der größten Rebfläche; Gebiete wie Ningxia machen mit Rotweinen auf sich aufmerksam.

Bekannt für: Niagara · Eiswein · Ningxia

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